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17.05.2018

Rückblick: Leibniz-Wirkstofftage 2018 am IPB

Preisträger des Leibniz-Forschungspreises

Den Leibniz-Forschungspreis des Verbundes erhielt dieses Jahr Prof. Keasling (2. v.r.) von der University of California, Berkeley, USA. Foto: Paul Jänicke, IPB.

Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Mitgliederinstitute des Leibniz-Forschungsverbunds „Wirkstoffe und Biotechnologie“ kamen zu den diesjährigen Wirkstofftagen vom 23. bis 24. April 2018 in Halle zusammen. Dieses Jahr war das IPB als Gastgeber an der Reihe und begrüßte 88 Teilnehmer/innen im Hörsaal des benachbarten Leibniz-Instituts für Agrarentwicklung in Transformationsökonomien (IAMO). Die Tagung diente - wie gewohnt - als Plattform für Austausch und Diskussionen sowie für die Vorstellung wissenschaftlicher Ergebnisse in Form von Vorträgen und Poster-Präsentationen. Nach der Begrüßung durch Prof. Steffen Abel, Geschäftsführender Direktor des IPB und Prof. Ludger Wessjohann, Sprecher des Verbundes, wurde die Vortragsreihe am ersten Tag von Prof. Timo Niedermeyer (Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg) als Keynote Speaker mit seiner Präsentation „Cyanobacteria in Natural Product Research“ eröffnet. Am Nachmittag wurden die Preise „Leibniz Research Award“ sowie „Leibniz Drug of the Year“ verliehen.

Diesjähriger Preisträger des Forschungspreises ist Prof. Jay D. Keasling von der University of California, Berkeley, USA für seine wegbereitenden Arbeiten in der synthetischen Biologie. Prof. Keasling ist Professor für Chemical Engineering and Bioengineering; er ist außerdem Associate Laboratory Director für Biowissenschaften am Lawrence Berkeley National Laboratory und Chief Executive Officer des Joint BioEnergy Institute. Seine Forschung konzentriert sich auf die Entwicklung von Werkzeugen, um den Stoffwechsel innerhalb von Zellen nutzbar zu machen. Damit können Stoffwechselwege so verändert werden, dass sie artfremde chemische Verbindungen erzeugen und in leistungsfähigen mikrobiellen Produktionsorganismen unter industriellen Bedingungen Wirkstoffe produzieren. Diese Werkzeuge verwendeten Keasling und sein Team bereits zur Herstellung des Antimalariamedikaments Artemisinin, einer Vielzahl von Grund- und Spezialchemikalien sowie von Biokraftstoffen. Im Hauptvortrag der Tagung stellte er drei aktuelle Projekte seines Forschungsteams vor.

Der Preis „Leibniz Drug of the Year“ (Wirkstoff des Jahres) wurde vom Forschungsverbund etabliert, um wichtige Forschungsaktivitäten auf dem Gebiet bioaktiver Wirkstoffe innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft zu würdigen. Der Preis wurde dieses Jahr für die Entdeckung der Balansine A und B und deren Charakterisierung vergeben. Preisträger 2018 sind Prof. Ludger Wessjohann, Dr. Silke Pienkny, Dr. Andrea Porzel vom IPB, sowie Prof. Wolfgang Meyerhof, Dr. Juliane Bojahr und Dr. Anne Brockhoff vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke (DIfE). Die Entdeckung der Balansine erfolgte gemeinsam mit Wissenschaftlern der Vietnamesischen Akademie für Wissenschaft und Technologie (VAST) und der Firma Symrise AG, dem größten deutschen Aromenhersteller. Die Balansine A und B sind neue Süßstoffe, gewonnen aus der vietnamesischen Pflanze Mycetia balansae. Sie besitzen eine Struktur und ein Geschmacksprofil, das sich von Stevia- oder Lakritz-Terpenglycosiden unterscheidet. Diese Verbindungen aus Mycetia balansae können als neue Süßstoffe Verwendung finden.

Am zweiten Tag der Konferenz wurden außer Vorträgen auch die Vorstellungen der sogenannten „Seed Money“-Projekte im Programm angeboten. Mit den vom Verbund finanzierten Anschubprojekten wird die wissenschaftliche Zusammenarbeit von zwei oder mehr Mitgliedern zur Entwicklung größerer Projekte gefördert. Vor allem für Nachwuchsgruppen ist dies eine gute Gelegenheit für den unkomplizierten Einstieg in interdisziplinäre Projekte.

Die nächsten Leibniz-Wirkstofftage finden am 1.-2. April 2019 in Dresden statt. Mehr Informationen dazu gibt es auf der Webseite des Verbundes.

Ansprechpartnerin:
Dr. Anna Rusznyak
Wissenschaftliche Koordinatorin Leibniz-Forschungsverbund
Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB)
Weinberg 3
06120 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0) 345 5582 1370
Email: Anna.Rusznyak@ipb-halle.de

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