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17.05.2017

Erfolgreiche Leibniz-Wirkstofftage 2017

Bild 1: Dr. Selene Mogavero (HKI) nimmt die Auszeichnung für den Wirkstoff des Jahres entgegen. Bild 2: V.l.n.r. Dr. Dirk Janasek (ISAS), Prof. Dr. Axel Brakhage (HKI), Prof. Dr. Ludger Wessjohann (IPB), Prof. Dr. Jon Clardy (Harvard Medical School, Boston, USA)

Am 10. Und 11. April trafen sich WissenschaftlerInnen des Leibniz-Forschungsverbundes Wirkstoffe und Biotechnologie zu den Leibniz-Wirkstofftagen 2017. Die jährliche Konferenz des Verbundes, zu dem neben dem IPB 18 weitere Leibniz-Institute gehören, fand dieses Jahr an der Deutschen Forschungsanstalt für Lebensmittelchemie in Freising statt. In Vorträgen und Poster-Sessions tauschten sich die TeilnehmerInnen über Themen von Wirkstoffforschung und -entwicklung, über medizinische und andere Anwendungen, bis hin zu translationaler Forschung und Prozessentwicklung aus.

Als Gastreferent sprach Prof. Dr. Jimmy Orjala von der Universität Illinois, USA, über die Gewinnung neuer, bioaktiver Substanzen aus Cyanobakterien. Außerdem wurde die hervorragende Forschungsarbeit von Prof. Dr. Jon Clardy mit dem Leibniz Research Award geehrt. Clardy forscht an der Harvard Medical School, Boston, USA, zur biologischen Funktion von Naturstoffen. Dabei führen Clardy und KollegInnen Untersuchungen zur Extraktion aus Bakterien durch, betreiben Strukturaufklärung, und erforschen Wirkmechanismen.

Zur Tradition der Wirkstofftage gehört es auch den Wirkstoff des Jahres zu küren. Die Auszeichnung erhielten Dr. Duncan Wilson, Dr. Selene Mogavero und Prof. Bernhard Hube vom Leibniz-Institut für Naturstoff-Forschung und Infektionsbiologie - Hans Knoell Institut Jena (HKI), sowie Prof. Thomas Gutsmann vom Forschungszentrum Borstel - Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften (FZB). Die vier WissenschaftlerInnen waren an der Entdeckung des Pilztoxins Candidalysin beteiligt.

Candidalysin wird von dem weitverbreiteten Pilz Candida albicans produziert. Während viele gesunde Menschen den Pilz in unschädlicher Form auf Haut und Schleimhäuten tragen, kann er bei immungeschwächten Personen eine Infektion auslösen. Die Ursache für die Gewebeschädigung bei solch einer Pilzinfektion war lange Zeit ungeklärt. Doch letztes Jahr konnten das Toxin Candidalysin und sein Wirkmechanismus identifiziert werden. Candidalysin durchlöchert die Zellmembran der Wirtszellen und löst sie schließlich auf. Dieser Durchbruch wurde nun mit der Auszeichnung für den Wirkstoff des Jahres geehrt, denn er verspricht nicht zuletzt auch Fortschritte bei der zukünftigen Entwicklung besserer Behandlungsmethoden.

Die nächsten Leibniz-Wirkstofftage werden im April 2018 (Datum wird noch bekanntgegeben) am IPB in Halle stattfinden.

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