Überleben im Moor

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Kälte, Nässe, Trockenheit oder extreme pH-Werte führen dazu, dass Mikroorganismen totes Pflanzenmaterial nicht mehr richtig aufschließen. Es entsteht eine dicke Schicht organischen Materials auf der Oberfläche des Bodens. Die meisten Pflanzen können auf die Nährstoffe innerhalb dieser Schicht nicht zugreifen, der für sie lebensnotwendige Stickstoff wird knapp.

Daher senken die Pflanzen ihren Stickstoffverbrauch: Sie bauen vermehrt stickstofffreie Fasermaterialien wie Cellulose oder Lignin in ihre Strukturen ein. Das faserreiche Pflanzenmaterial lässt sich durch Mikroorganismen noch schlechter zersetzen und abbauen – der verwertbare Stickstoff im Boden nimmt weiter ab.

Wie kann die Pflanze diesen Teufelskreis durchbrechen und doch noch Stickstoff bekommen?

Fleischfressende Pflanzen decken ihren Stickstoffbedarf durch den Verzehr von Insekten. Andere Pflanzen gehen eine Partnerschaft mit spezialisierten Bakterien der Gattung Rhizobium ein, und fixieren in Symbiose mit diesen Bakterien den Stickstoff der Atmosphäre. Einen dritten Weg beschreiten die Pflanzen mit Ericoider Mykorrhiza. Ihre Pilzpartner können selbst der torfigen Schicht schlecht abbaubaren Pflanzenmaterials gewisse Mengen an Nährstoffen entziehen.

Fleischfressende Pflanzen: Tierische Organismen enthalten Nährstoffe, die den Pflanzen im Moor und in der Heide fehlen. Einige Pflanzen an diesen Standorten haben es gelernt, diese Nahrungsquelle zu nutzen.

Die Abbildung (aufgenommen im Botanischen Garten von Halle) zeigt den Fangapparat einer Pflanze der Gattung Nepenthes.

Symbiose mit Knöllchenbakterien: Bakterien der Gattung Rhizobium fixieren in Symbiose mit den Wurzeln vieler Leguminosen den Stickstoff der Luft und stellen ihn der Pflanze zur Verfügung.
Tiefwurzler: Vor allem die obere Bodenschicht mit nicht abgebauten organischem Material ist besonders nährstoffarm. Gelingt es der Pflanze ihr Wurzelsystem unterhalb dieser Schicht aufzubauen, kann sie unter Umständen zu mehr Nährstoffen gelangen.
Ericoide Mykorrhiza: Die Pilze der Ericoiden Mykorrhiza sind besonders gut in der Lage, die fest gebundenen Nährstoffe aus dem Moorboden zu lösen und den Pflanzen zur Verfügung zu stellen.
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