Die Lieferung mineralischer Nährstoffe durch den Pilz

ZurückWeiterLiteratur

Im kalten Klima unserer gemäßigten Breiten und unter den sauren Bedingungen in der obersten Schicht vieler Waldböden ist der Abbau des anfallenden Nadel- und Blattmaterials gehemmt. Stickstoff und Phosphor werden aus den organischen Verbindungen kaum freigesetzt, sondern verbleiben – für die Pflanze unerreichbar – in der oberen Schicht unzerfallener Blätter und Nadeln. Beim Stickstoff entsteht allenfalls das leicht aus dem Boden auswaschbare Ammonium (NH4+) und nicht das länger im Boden verbleibende Nitrat (NO3-).

Der Ektomykorrhizapilz sieht sich also anderen Aufgaben gegenüber als die Pilze bei der Arbuskulären Mykorrhiza: Bei Pflanzen mit Arbuskulärer Mykorrhiza ist häufig das Phosphat der limitierende Nährstoff, bei Pflanzen mit Ektomykorrhiza hingegen der Stickstoff. Diesen mineralischen Nährstoff müssen die Pilze nicht nur zur Pflanze transportieren, sie müssen ihn auch aus dem organischen Material im Boden freisetzen.

Die Streu: In unseren Wäldern besteht die oberste Schicht des Bodens, die sogenannte Streu, aus schlecht abgebautem, organischem Material. Diese Schicht enthält eine große Menge an Nährstoffen in fest gebundener Form. Um diese Nährstoffe zu erreichen, brauchen die Pflanzen insbesondere auf sauren Böden die Hilfe der Pilze.
Auf eher basischen Böden hingegen erfolgt der Streuabbau (Mull) in der Regel sehr schnell, vor allem durch Bakterien. Die Streuschicht ist vergleichsweise dünn.
Der Unterboden: Der Nährstoffgehalt im Unterboden hängt stark von der Geologie des jeweiligen Standorts ab: Sandige Böden und saure Gesteine setzen bei der Verwitterung kaum mineralische Nährstoffe frei, beziehungsweise können diese nicht festhalten; die Nährstoffe werden leicht ausgewaschen. Basische Gesteine hingegen liefern mehr mineralische Nährstoffe und stellen diese den Pflanzen auf bessere Art und Weise zur Verfügung. Auf basischem Untergrund bauen zudem Mikroorganismen die organische Streu wesentlich besser ab als auf saurem.
Nährstoffe im Waldboden: StartStreuUnterboden