Versuche

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Ektomykorrhizen lassen sich im Freiland wesentlich direkter beobachten als die Arbuskuläre Mykorrhiza. Neben den oberirdischen Fruchtkörpern, lassen sich mit geübtem Blick auch die eigentlichen Mykorrhizen bereits mit bloßem Auge erkennen. Um allerdings die Baumart oder gar die Pilzart zu bestimmen, ist etwas mehr Übung erforderlich. Für Ambitionen in dieser Richtung sei auf eine andere CD-ROM verwiesen, die einen Bestimmungsschlüssel für Ektomykorrhizen bietet.

Nicht nur im Freiland fällt die Beobachtung der Ektomykorrhiza leichter als die Beobachtung der Arbuskulären Mykorrhiza, auch im Labor lassen sich die entsprechenden Pilze leichter handhaben: Arbuskuläre Mykorrhizapilze vermehren sich nur bei Anwesenheit eines Pflanzenpartners. Ektomykorrhizapilze hingegen können auch ohne Pflanzenpartner in einem sterilen System vermehrt werden. Sie leben dann saprophytisch von den Nährstoffen, die ihnen in ihrem Substrat angeboten werden.
Wir wollen hier eine Methode vorstellen, mit der sie zwar nicht die Pilze, dafür aber die Symbiose selbst im Schullabor anziehen können. Die mykorrhizierten Wurzeln können sie für verschiedene mikroskopische Untersuchungen nutzen.

Da die Anzucht der Pflanzen einige Monate in Anspruch nimmt und da sie am besten frisches Pilzmaterial zur Herstellung ihrer Mykorrhizen verwenden, müssen sie den zeitlichen Ablauf des Versuchs gut planen. Am besten beginnen sie mit der Pflanzenanzucht im Sommer, dann können sie im Herbst Pilze sammeln gehen und die Mykorrhizen ansetzen. Folgende Arbeitsschritte müssen sie einplanen:

Zubehör: Hier sehen sie, was sie alles für die Pflanzenanzucht in den Petrischalen benötigen: Petrischalen aus Plastik, bei denen sie seitlich in Deckel und Boden ein Loch einbrennen, durch das die Pflanzen später hindurchwachsen können; ungedüngten(!) Torf, den sie (gut angefeuchtet) in den Boden der Petrischale einfüllen; ein Stück Gaze mit Maschen von 80-150 Mikrometer Abstand, oder eine doppelt gelegte Nylonstrumpfhose, die sie über den Torf in der Petrischale spannen; ein junges Pflänzchen aus eigener Anzucht oder aus dem Wald.
Anzucht: Dies ist der mit ungedüngtem(!), feuchtem Torf gefüllte Boden der Petrischale. Hier legen sie zunächst die Gaze/Nylonstrumpfhose, dann die Wurzeln des jungen Pflänzchens auf.
Pilzmaterial: Hier sehen sie Fruchtkörper des Kahlen Kremplings, Paxillus involutus, die wir für unsere Versuche benutzten. Sie benötigen diese Fruchtkörper erst, wenn die Pflanzen bereits 2-3 Wochen in der Petrischale gewachsen sind. Am besten nehmen sie frisches Material, notfalls können sie die Fruchtkörper auch im Kühlschrank lagern. Vor dem Einsatz in die Petrischale werden die Fruchtkörper in Stücke (Durchmesser zwischen 0,5 und 1 cm) geschnitten.
Pilz + Wurzel: So sehen die Petrischalen aus, wenn Sie die Pilzstücke zugeben. Von der weißen Gaze verdeckt ist der Boden der Schale mit dem ungedüngten Torf, auf der Gaze liegen der Wurzeln der Pflanze, die bereits ein paar Wochen Zeit gehabt haben, sich in der Schale zu entwickeln, und dazu kommen jetzt die Pilzstücke. Sie legen diese Stücke möglichst in die Nähe junger Wurzeln der Pflanze.
Mykorrhizen: Hier sehen sie die Schale aus dem vorigen Bild mit geschlossenem und zugeklebten Deckel. Die Pflanze ist durch die Gaze von ihrem Substrat, dem ungedüngten Torf getrennt. Die Wurzeln lassen sich sehr einfach beobachten, ohne das System zu stören.
Gewächshaus 1: Und so werden die Petrischalen mit den Pflanzen aufbewahrt: Stehend in einer Box. Sie müssen das Ganze nur noch mit Alufolie abdecken, damit kein Licht an die Wurzeln gelangt.
Gewächshaus 2: Zum Schluss zu den Kultivierungsbedingungen: Es handelt sich ja um Waldbäume, die Pflanzen sind also nicht sehr anspruchsvoll. Sie gedeihen gut bei Raumtemperatur (20 Grad Celsius) und normaler Luftfeuchtigkeit. Sie sollten nicht zu oft gegossen werden, einmal alle zwei Wochen reicht aus. Wichtiger ist, dass der Torf zu Beginn gut angefeuchtet wurde. Der einzige kritische Punkt könnte die Beleuchtung sein: Sie arbeiten im Herbst, da sind die Strahlen der Sonne unter Umständen nicht mehr so kräftig. Eventuell empfiehlt sich der Einsatz von künstlicher Beleuchtung, soweit vorhanden.
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