Bedeutung für den Menschen

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Mykorrhizapilze erfüllen in vielen Ökosystemen wichtige Aufgaben, meist auf recht unauffällige Art und Weise. Die Aktivitäten des Menschen wirken oft negativ auf die Symbiose.

Stickstoffverbindungen aus den Abgasen von Verkehr und Industrie etwa führen zur unbeabsichtigten Überdüngung der Wälder und drängen die Mykorrhiza zurück. Dieser Effekt scheint ein wichtiger Faktor für das so genannte Waldsterben zu sein.

Generell wirkt sich Düngung negativ auf die Mykorrhizasymbiose aus. Die Symbiose ihrerseits reduziert den Düngerbedarf von Pflanzen. Mykorrhizapilze und die ökologische Landwirtschaft sind deshalb zwei natürliche Verbündete.

Die positiven Effekte der Mykorrhizapilze beschränken sich nicht auf die Verbesserung der Aufnahme mineralischer Nährstoffe. In der Praxis lassen sich die Pilze vor allem in Situationen einsetzen, in denen die Pflanzen mehreren negativen Einflüssen gleichzeitig ausgesetzt sind: bei der Rekultivierung besonders lebensfeindlicher Standorte, wie zum Beispiel ehemaliger Tagebaugebiete und ähnlicher Industriebrachen.

Einige Mykorrhizapilze schmecken vorzüglich. Beim Trüffel, zum Beispiel, lohnt sich der aufwändige Anbau.

Schutz gegen Pflanzenschädlinge: Mykorrhizierte Pflanzen sind nicht nur besser ernährt als nicht-mykorrhizierte – sie sind auch gesünder. Die Mykorrhizapilze scheinen das Abwehrsystem der Pflanze zu stimulieren, so dass diese sich besser gegen verschiedene Krankheitserreger wehren kann.
Ertragssteigerung durch Mykorrhizapilze: Immer dann, wenn Pflanzen am Mangel mineralischer Nährstoffe leiden, können Mykorrhizapilze das Wachstum steigern. Auf diese Weise ergeben sich verschiedene Anwendungsmöglichkeiten für die Pilze in der Landwirtschaft, im Gartenbau und in der Forstwirtschaft. Problematisch in diesem Zusammenhang ist die Tatsache, dass die Wirkung der Pilze schwer messbar ist und starken Schwankungen unterliegen kann.
Pflanzenaufzucht: Sowohl Ekto-, also auch Arbuskuläre Mykorrhizapilze werden zur Unterstützung bei der Aufzucht junger Pflanzen eingesetzt. Näheres erfahren sie bei den entsprechenden Kapiteln zur Arbuskulären Mykorrhiza und zur Ektomykorrhiza.
Essbare Pilze: Bei der Ektomykorrhiza bilden die meisten Pilze Fruchtkörper, darunter so wohlschmeckende wie Steinpilze oder Trüffel. Insbesondere bei den letztgenannten lohnt sich der gewerbemäßige Anbau. Näheres dazu erfahren sie im entsprechenden Kapitel bei der Ektomykorrhiza.
Rekultivierung verwüsteter Flächen: Bei der Rekultivierung ehemaliger Tagebaugebiete, Industrieflächen und ähnlicher, schwer geschädigter Standorte unterstützen Mykorrhizapilze auf zweifache Art und Weise die Pflanzen. Sie helfen gegen den Mangel mineralischer Nährstoffe in den verarmten Böden und sie stabilisieren den pflanzlichen Organismus gegen Stressfaktoren wie etwa Schwankungen in der Wasserversorgung oder Belastung mit verschiedenen Giftstoffen (zum Beispiel Schwermetallen).
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