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Im Vordergrund steht bei der Mykorrhiza immer der Austausch von Nährstoffen. Daneben können sich Pilz und Pflanze weiter unterstützen: Die Pflanze bietet dem Pilz innerhalb ihrer Wurzel einen geschützten Lebensraum mit gleichbleibenden biologisch-chemischen Bedingungen. Der Pilz erhöht in vielen Fällen die Widerstandskraft der Pflanzen gegenüber Stresssituationen, vor allem gegenüber Krankheitserregern. Darüber hinaus verbessert er die Struktur der besiedelten Böden.
Nährstoffaustausch: Der Austausch von Nährstoffen zwischen den beiden Symbiosepartnern wird wissenschaftlich besonders gut untersucht. Im nächsten Kapitel wird dieses Thema gesondert behandelt.
Schutz gegen Krankheitserreger: Viele Experimente haben gezeigt, dass mykorrhizierte Pflanzen besonders widerstandsfähig gegenüber Krankheitserregern sind (Bioprotektion). Für diese Beobachtung gibt es mehrere mögliche Erklärungen: (1) Mykorrhizierte Pflanzen zeigen auf Grund einer besseren Versorgung mit mineralischen Nährstoffen eine erhöhte Vitalität. Dies kann zu einer verbesserten Abwehr von Krankheitserregern beitragen. (2) Die Symbiose mit Mykorrhizapilzen verändert den Hormonhaushalt der jeweiligen Pflanze (Bioregulation). Auch dieser Effekt führt zu einem stärkeren Wachstum und zu erhöhter Vitalität. (3) Darüber hinaus aktivieren Mykorrhizapilze das Abwehrsystem der kolonisierten Pflanzen. Unter Umständen hilft auch diese Aktivierung der Pflanze bei der Abwehr von Krankheitserregern.
Schutz gegen Stress: Pflanzen können in ungünstigen Situationen nicht davonlaufen. Sie verfügen deswegen über ein ausgeklügeltes Notfallprogramm (Stressantwort). Verschiedene für das Pflanzenleben ungünstige Faktoren wie etwa Trockenheit, große Bodenfeuchtigkeit, zu starke, zu geringe Lichteinstrahlung oder Befall durch Krankheitserreger lösen die Stressantwort aus.
Mykorrhizierte Pflanzen leisten vielen Stressfaktoren gegenüber einen stärkeren Widerstand.
Schutz innerhalb der Pflanzenwurzel: Der wurzelnahe Raum, die Rhizosphäre, wird von sehr vielen Organismen besiedelt. Einige von ihnen ernähren sich von Pilzhyphen und -sporen, oder verdrängen die Mykorrhizapilze auf andere Weise. Ihnen gegenüber bietet die Wurzel einen gewissen Schutzraum. Innerhalb der Wurzel herrschen zudem konstante Lebensbedingungen für den Pilz.
Vorteile für den Boden: Auf der Suche nach Nährstoffen durchwuchern Mykorrhizapilze den Boden sehr feinmaschig. Dabei werden mineralische Nährstoffe aus dem Boden in die Pflanze verlagert. Im Gegenzug gelangt organisches Material in den Boden. So tragen Mykorrhizapilze zur Humusbildung bei.
NährstoffaustauschSchutz gegen KrankheitserregerSchutz gegen StressSchutz in der WurzelBodenstruktur