Symbiose – Das Zusammenleben artverschiedener Lebewesen

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Ganz allgemein ist der Begriff "Symbiose" als das Zusammenleben artverschiedener Organismen definiert. In der nebenstehenden Abbildung sind die verschiedenen Formen dieses Zusammenlebens dargestellt. Den Sonderfall, dass beiden Partnern Vorteile entstehen – die Symbiose im engeren Sinn – bezeichnet man auch als Mutualismus. Ihm gegenüber steht der Parasitismus, bei dem die Vorteile mehr oder weniger ungleich verteilt sind. Beide Formen entwickeln sich durch eine allmähliche wechselseitige Anpassung der beteiligten Arten (Coevolution) aus einem zunächst unabhängigem Nebeneinander. Bei der Mykorrhiza handelt es sich meist um mutualistische Symbiosen, bisweilen liegen die Vorteile aber auch überwiegend bei einem der beiden Partner. Einige Orchideen zum Beispiel ernähren sich zu einem guten Teil durch die Ausbeutung ihrer Pilzpartner.
Unabhängige Lebensweise: Selten leben zwei Arten am gleichen Standort völlig unabhängig voneinander. Eine häufige indirekte Beziehung ist zum Beispiel der Kommensalismus: Eine Art profitiert von den Brosamen und Abfällen der anderen. Vom Kommensalismus ist der Schritt zum Parasitismus oder zur mutualistischen Symbiose nicht weit: Der Mitesser kann seinen Wirt schädigen, indem er ihm eine größere als die zugestandene Nahrungsmenge entreißt; dann wird er zum Parasiten. Oder er kann entdecken, dass eine Förderung seines Wirts auch zu einem größeren Nutzen für ihn selber führt; dann ist der Weg in eine mutualistische Symbiose die Folge der weiteren Entwicklung.
Parasitismus: Wechselwirkung zweier Organismusarten zum einseitigem Vorteil des einen Partners (Parasit) auf Kosten des anderen (Wirt). Der Parasit entzieht dem Wirt Nahrung und schädigt ihn dadurch, ohne ihn zu töten.
Mutualismus: Bezeichnung für eine Wechselbeziehung zwischen artverschiedenen Organismen, aus der beide Partner Nutzen ziehen (mutualistische Symbiose).
Coevolution: Arten, die aufeinander angewiesen sind (zum Beispiel Bienen und viele Blütenpflanzen), können sich nicht mehr unabhängig voneinander entwickeln – ihre Evolution verläuft parallel.
Mykorrhiza zwischen Parasitismus und Mutualismus: Die meisten Mykorrhizen sind echte, mutualistische Symbiosen. In einigen Fällen allerdings – zum Beispiel bei den Orchideen – hat die Pflanze die Oberhand gewonnen und beutet den Pilz aus. Im Extremfall sind solche Pflanzen nicht mehr zur Photosynthese fähig, sondern voll und ganz auf den Pilz angewiesen; sie haben sich zu echten Parasiten entwickelt.
SymbioseUnabhängige LebensweiseParasitismusMutualismusCoevolutionMykorrhiza