E-Mail (intern) | Aktuelles | Veranstaltungen | Stellenangebote | Ausschreibungen | Kontakt | Sitemap | Impressum
Molekulare Signalverarbeitung
Director of the department
Prof. Steffen Abel
Natur- und Wirkstoffchemie
Director of the department
Prof. Ludger Wessjohann
Stress- und Entwicklungsbiologie
Director of the department
Prof. Dierk Scheel
Stoffwechsel- und Zellbiologie
Director of the department
Prof. Alain Tissier
home  >  Öffentlichkeitsarbeit  >  Archiv  >  Pressemitteilungen 1999  >  polnischer Preis
Forschung
Infrastruktur
Veranstaltungen
23.05.2012 09:00 - Sebastian Brauch
Autonomous movement of platinum-loaded stomatocytes. Wilson et al. (2012) Nature Chemistry 4: 268-274 weiter...
Infos
Öffentlichkeitsarbeit

polnischer Preis


Magdalena Krzymowska erhält polnischen Wissenschaftspreis

Ab 08.11.1999 zur Veröffentlichung frei - 02.11.1999

Die Biologin führte die wissenschaftlichen Untersuchungen zu ihrer Arbeitam Warschauer Institut für Biochemie und Biophysik durch. "Zwar ist meine Arbeit schon von meinem Heimatinstitut ausgezeichnet worden, aber mit dieser Auszeichnung durch den polnischen Ministerpräsidenten habe ich nicht gerechnet," freut sich die junge Biologin.

"In meiner Arbeit habe ich die Abwehrreaktionen von Kartoffelpflanzen gegen einen Virus untersucht," erklärt sie weiter. Dieses Virus heißt PVY (Potato Virus Y) und verursacht große Schäden im Kartoffelanbau. "In extremen Fällen gehen bis zu 80% der Kartoffelernte durch Infektionen der Kartoffelpflanzen mit diesem Virus verloren. Um der Pflanze zu helfen, sich gegen das Virus zu schützen, ist es wichtig, die genauen Mechanismen der natürlichen Abwehrreaktionen der Pflanzen zu kennen."Magdalena Krzymowska fand heraus, dass ähnlich wie bei anderen Pflanzen auch bei der Kartoffel Salicylsäure - eine chemische Substanz, die dem Wirkstoff des Schmerzmittels Aspirin ähnelt - eine wichtige Rolle im Kampf gegen eindringende Krankheitserreger spielt. Salicylsäure wirkt als Signalmolekül, das die Pflanzenzellen frühzeitig während einer Infektion alarmiert: "Vorsicht, hier kommt ein fremder Eindringling, der euch schaden könnte". Danach leiten die Pflanzenzellen eine ganze Kette von Abwehrreaktionen ein, die entweder nützen und den eindringenden Feind besiegen oder aber fehlschlagen. Während dieses Kampfes schalten die Zellen eine Vielzahl spezifischer Gene an. Dieses Anschalten erfolgt über Schalter oder Regulatorelemente, die die Wissenschaftler Promotoren nennen. Magdalena Krzymowska untersuchte das Regulatorelement eines Gens aus Tabak. In Tabakzellen schaltet dieses Element das mit ihm verbundene Gen während der Abwehr von Krankheitserregern an. Die Wissenschaftlerin testete, ob dieser Schalter auch in Kartoffeln während des Angriffs von PVY auf die Zellen seine Wirkung zeigt. Dazu verband sie das Regulatorelement mit einer Art "Farbgen". Dieses zusammengesetzte Gen führte die Biologin in Kartoffelpflanzen ein. In den Zellen der Pflanzen, in denen das Gen angeschaltet ist, ließ es sich durch einen einfachen biochemischen Test nachweisen. Legte man Teile der Pflanze in eine bestimmte chemische Lösung, färbten sich diese Zellen blau.

Tatsächlich schaltete das Regulatorelement auch in Kartoffeln das dahinter gelegene "Farbgen" an, wenn das Virus die Kartoffelpflanzen befiel oder die Biologin die Pflanzen mit Salicylsäure besprühte. Kombiniert man nun dieses Regulatorelement mit einem wirksamen Abwehrgen und bringt es in Kartoffelpflanzen hinein, könnte man widerstandsfähigere Pflanzen erhalten, die sich aus eigener Kraft gegen fremde Eindringlinge wehren könnten. Solche gentechnisch veränderten Pflanzen können helfen, Chemikalien zur Bekämpfung von Krankheitserregern in der Landwirtschaft einzusparen.

Zurzeit setzt Magdalena Krzymowska ihre Untersuchungen am Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie fort. Unterstützt wird sie dabei durch die Alexander-von-Humbold-Stiftung.

Kontakt
Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie
Weinberg 3
06120 Halle (Saale)

Sylvia Pieplow
Referentin für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: +49 (0) 3 45 - 55 82 11 10
Fax: +49 (0) 3 45 - 55 82 11 19
E-Mail: spieplow@ipb-halle.de


back  |  Print  |  to top
Öffentlichkeitsarbeit